wundervolle Zusammenarbeit

In der Winterzeit, wenn meine Hochzeitssaison ein bisschen schlummert, dann ist Raum, Neues auszuprobieren.

Mit einem fantastischen Team haben wir im März 2021 zwei traumhaft schöne Hochzeiten im Thalvie in der Villa Diana und in der Orangerie inszeniert. Meine Rede fürs Brautpaar war ultrakurz, aber trotzdem ganz persönlich, so dass die Tränchen auf den Bildern, aber auch die Überraschungen und die Freude echt und überhaupt nicht gestellt waren. Ich bi immer noch superdankbar, dass ich ein Teil dieses umwerfenden Projekts war, welches sogar im Swiss Wedding Magazin veröffentlicht wurde. Das Beitragsbild ist von Sandra von Bartels Fotografie.

Location: Thalvie

Fotografie: Elfi Rasser

Fotografie und Konzept: Sandra Keller

Frisur und Make-up: Inge Puchta

Mode: Boho Bride

Blumen: Bluemehuus Flora

Catering: Sirana GmbH

Torte: Melita Snajder

Hochzeitsplanung: Mel’s Weddingworld

Mobiliar und Deko: Kreativ Ruum

Eventdecor: Tablecloth Hire

Papeterie: Muriel Stalder

Ringe: Pierre Niederer

Trauredner: Marcel Reding

Traurednerin: Anita Lusti

Vollkommen

Schon ihr halbes Leben haben sie zusammen verbracht. Hochzeit? Neinein, lieber den Traum der grossen Reise erfüllen. Heiratsantrag. Hochzeit? Neinein, lieber für die nächste grosse Reise sparen. Hochzeit? Ach, jetzt sind erst mal die Kinder da. Zweiter Heiratsantrag. Hochzeit? JA! Dann die Verschiebung um ein Jahr. Dann die Absage. Das konnte ich nicht – so eine Geschichte musste einfach erzählt werden. Also habe ich mich nach der Ziviltrauung zum Fotoshooting im Schlosspark gesellt und habe die vorbereitete Trauung in einer kürzeren Version für die beiden und ihre Handvoll Gäste vorgetragen: Es. Hat. Sich. So. Was. Von. Gelohnt. Ich kann nur allen Paaren, die eine komplette Absage ihres Festes in Betracht ziehen sagen: Lasst euch eure freie Trauung nicht nehmen. Das Paar („neinein, wir sind nicht wirklich romantisch veranlagt“) sagt im Rückblick:

Unser Eheleben ist super. Obwohl wir schon so lange zusammen sind, ist es doch nochmal was anderes verheiratet zu sein. Am Tag unserer Hochzeit haben wir uns noch einmal neu verliebt ineinander auch wegen deiner tränenreichen Rede. Sie war einfach perfekt. Trotz der Einfachheit war es vollkommen, so wie es war und unvergesslich.

Carmen und Robert, Hochzeit vom April 2021

Foto: Ivo Andrea Nigro

in loving memory

Dear Anita, words cannot describe how thankful we are to you for today. We would like to express our heartfelt thanks and appreciation to you, my father especially. We were so touched you could create such a wonderful ceremony. You really captured our Mum and beloved wife, beautiful Annette. It meant so much to us I cannot tell you. We are talking about the service this evening and we all agreed, how lovely it was to hear about Mum’s life again and how amazing both she and her life were. The last months have been so consumed by the illness and it was really nice and somehow healing to forget about that part and focus on the amazing life and person she has always been. It has helped us in the first stage of the grieving process.

My friends, Mum’s friends and family have written to me saying what a wonderful speaker you are. They describe you and your words as „amazing“. You really were <3 I feel you understood our mother. So many people have written to me to say what a beautiful memorial it was and this just would not have been possible without you. Thank you. Also for this absolutely wonderful idea with the rose petals, I will definitely do that. So thoughtful of you! Thank you also for your technical suggestions, it really made all the difference so the people at home could hear everything so clearly.

Take care and I really look forward to staying in touch with you.

Tanya about her beloved Mum’s memorial ceremony in April 2021

wedding network Switzerland

Wedding Network Switzerland: Seit 8 Jahren bin ich Mitglied. Seit einem Jahr gestalte ich das Geschehen im Schweizer Hochzeitsnetzwerk mit, zumindest mit meinem Beiträgen auf social media. Leider gibt es seit über einem Jahr keine Weiterbildungen oder Netzwerkevents, die ich ankündigen oder präsentieren könnte. Es bleiben uns nur die Treffen online. Seit wir diese als Stammtisch betreiben, also öffentlich halten für alle Interessierten, die sich anmelden, werden sie rege besucht und es entstehen wunderbare, neue Zusammenarbeiten und wir gewinnen sogar neue Mitglieder. Diese Meetings alternieren im morgendlichen „café klatsch“ und im abendlichen „afterwork“ und sind unglaublich rege besucht: neue Dienstleister kennen lernen, alte Bekannte wenigstens mal am Bildschirm wiedersehen und Kontakte auffrischen – einfach so wertvoll gerade in diesen schwierigen Monaten. Ideen, diese Online-Plattformen auszubauen sind bereits geboren, wir dürfen alle gespannt sein.

Das Bild zeigt unsere letzte Sitzung „in natura“ vom Oktober 2020. Das Zusammenkommen wird enorm vermisst und wir „verlieren“ unsere Mitglieder auch in dem Sinne, dass man viel weniger auf dem Laufenden ist, wie es den andern so geht und gerade deshalb sind unsere Online-Treffen so wichtig geworden.

Trauung unter Corona

Was für eine unglaubliche Dramatik begleitete meine letzte Trauung im 2020. Am Freitagnachmittag wurden die Bestimmungen für das Fest am Samstag verschärft. Die ohnehin sehr kompakte Hochzeitsgesellschaft genoss dann aber dank Kulanz von Seiten der Location ein unvergessliches Fest mit gewissen Privilegien, da die damals geltende 30er-Grenze eingehalten wurde. Was für ein Glück!

Die Trauung durfte, nachdem alle ihre Plätze mit Abstand eingenommen hatten zum Beispiel auch ohne Maske stattfinden, was die Stimmung doch erheiterte. Es wartete schliesslich eine Traumtrauung auf uns: zwei Menschen, die ihre Liebe und ihr Glück niemals als selbstverständlich ansehen und die ihre Partnerschaft im Alltag leider als angreifbar erleben, gaben sich unter Tränen ihrer Vertrauten ein wunderschönes Versprechen voller Dankbarkeit dafür, dass sie einander so akzeptieren, wie sie sind.

Was für ein Sieg der Liebe!

Tränen schon beim Lesen des Ablaufs

Liebi Anita, diä Fiir , wo du für üs gstaltet hesch, gaht üs eifach nüm usem Chopf.

Alli seget, es sig soooooo soooooo onglaublich schön gsi, was du gseit hesch. Mr sind ziitewiis abglänkt gsii und hend nöd alles ghört, aber de Träne vode anderne aa mues jedes Wort eifach nur wow gsii sii. du hesch das superschön gmacht. Au üsi Eltere danked tuusig mou für dini Red, dis Do-Dii, dini Wort, eifach för alles. Mir hend ja scho Träne gha, womer din Ablauf düregläse hend, aber d Fiir sälber hät nomou alles übertroffä. Du besch super!

Willkommensfeier von Kayla vom 4. Oktober 2020

Rückschau Hochzeitsmesse

Dass die grossen Hochzeitsmessen mit den Olma-Messen im Hintergrund eingestellt wurden, dieser Schreck sitzt immer noch tief, dennoch zeichnen sich nun bereits neue Lösungen ab für die Hochzeitsbranche und ausserdem gibt es ja auch diverse kleinere Hochzeitsausstellungen und -festivals, welche regional oder sogar lokal orientiert sind. An einer solchen Messe habe ich im Oktober 2021 teilgenommen und zwar im wunderschönen Schlossturm in Pfäffikon SZ. Es gab engagierte Aussteller und trotz der sich verschärfenden Lage einige interessierte Besucher. Für einen ersten Einblick in die Hochzeitswelt ist so eine kleine Messe für Hochzeitspaare bestens geeignet.

Mein Stand war simpel und filigran aufgebaut mit meinen tollen transparenten Stühlen (die man gerne für die eigene Zeremonie haben kann), dem handgefertigten Traueck von meiner Kollegin Yolanda Benz (gibt es auch in gross, damit eine Bergsilouette simuliert werden kann) und den goldenen Dekoringen an der Sichtbetonwand – ich bin zwar keine Dekorateurin, aber das machte mir echt Spass. Im Übrigen inspirierte mich der Stand dazu, ein neues Logo zu kreieren und meinen Namen als „Zeremonita“ zu verwenden, denn geboren war diese Idee schon lange vorher 🙂

Dini wundervolli Arbet

Eine Hawaii-Trauung im Steakhouse? Aber natürlich! Das Marina Lachen ist nicht nur für die Feier am Abend geeignet, sondern bietet auch sein Steakhouse (bei schönem Wetter mit – Achtung wow – komplett geöffneter Fensterfront und somit freiem Blick auf den Hafen Lachen). Was für ein Highlight! Heiraten mal anders. Wirklich sehr zu empfehlen, vor allem, wenn man sich eigentlich wegen der Vorliebe zu Burgern zum ersten Date verabredet hat 😉 Ich liebe ja solche Verbindungen!

Und wenn dann das Brautpaar zurückmeldet: „Danke vielmal für dini liebe Wort während de Zeremonie und dini wundervoll Arbet! Du häsch üse Tag eifach perfekt gmacht! Danke au für dini Unterstützig während de Vorbereitigsphase!“ Dann scheinen wir doch alles richtig gemacht zu haben 🙂

Bild im Bild: Pino Mercurio

Rachele und Sascha, Hochzeit vom 19. September 2020

Es hat so gut getan

Manchmal geht ein Menschenleben zu früh zu Ende, manchmal hilft es auch nicht mehr, eine Kämpfernatur zu sein. Das ist nicht leicht anzunehmen, vor allem dann nicht, wenn man sein ganzes Leben hindurch immer erreicht hat, was man sich zum Ziel gesetzt hat. Da hilft nur noch, die Situation anzunehmen und das Ziel neu zu stecken. Bereinigen. Frieden schliessen. Loslassen.

Ich bin jedes Mal froh, wenn ich Angehörige begleiten darf und für ihre Verstorbene einen würdigen Abschied gestalten darf. Im Idealfall sind die Wünsche bekannt und wir können sie erfüllen. Manchmal lassen mir die Hinterbliebenen sehr viel Spielraum und stecken nur den Rahmen ab. Dann ist es besonders erfüllend, wenn es mir gelingt, sie abzuholen und ihre Erwartungen weit zu übertreffen.

„Ich staune, wie du aus den wenigen Dingen, die wir dir erzählt haben, das hier möglich machen konntest. Ich bin echt überrascht.“ – „Es ist fast nicht zu beschreiben, wie gut mir das getan hat. Du hast eine so mega schöne Abschiedszeremonie gestaltet und du hast genau die richtigen Worte gefunden. Nun bin ich erleichtert und kann besser nach vorne schauen.“ – „Das war sehr anders, aber mindestens so schön wie das, was man sonst so kennt.“ – „Danke. Es war ganz in seinem Sinne und ich fand es sehr echt, ehrlich und wohltuend.“

Wir tragen schwarz-weiss

Es ist ein schock für die Hochzeitsbranche. Ein Riesenrückschlag vor allem für die kleinen und mittleren Unternehmen, welche diese kleine, feine Branche so vielfältig machen. Auch wenn nach Corona wieder vieles möglich sein wird, so ist die grösste Plattform des Schweizer Hochzeitsmarktes weggebrochen. Die Olma-Messen mussten aus wirtschafltichen Gründen und coronabedingt die Fest- und Hochzeitsmesse St. Gallen und Zürich einstellen. Hier die offizielle Pressemitteilung.

Wir sind alle sehr, sehr bestürzt. Natürlich wird unser Hochzeitsnetzwerk wedding network Switzerland nicht untätig bleiben in dieser Richtung und die kleinen Messen werden nun an Bedeutung gewinnen (wenn sie dann endlich wieder stattfinden dürfen), aber aktuell muss die Branche diesen Schock erst einmal verdauen.

Wenn ich daran denke, wie viele wun-der-volle Paare ich nur dank der Messe in Oerlikon begleiten durfte, friert’s mich. Und mein Start in den Traumberuf war dank der Hochzeitsmesse im Januar 2012 so fulminant, wie ihn sich niemand hätte denken können. Ich bin dankbar, dass ich all die Jahre dabei sein und profitieren durfte und drücke den tollen Leuten, die nun vor dem Nichts stehen die Daumen, dass sich ganz schnell tolle Lösungen für sie ergeben.