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DANKE

Auch mitten in der Hochzeitssaison erreichen mich wöchentlich Dankeskarten oder auch einmal ein schönes Telefonat, was natürlich besonders berührend ist, wenn man mit dem Brautpaar zusammen nochmals in den wundervollen Erinnerungen schwelgen kann, alles spontanen Aktionen und Reaktionen nochmals revuepassieren lassen kann. Es ist ein absolutes Privileg, wenn man mit seinem geliebten Beruf den Leuten so viel Freude und einmalig schöne Erlebnisse bescheren kann. Besonders nahe gehen mir Dankesworte, die sich auf eine Bestattung oder eine Abschiedsfeier beziehen. Wenn das letzte Gute, was man einem Menschen tun kann, ein würdevoller, treffender und ganz persönlicher Abschied ist, der den Hinterbliebenen einen Moment schenkt zum Trauern, der ihnen Trost spendet und ihnen zeigt in wie vielen Leuten der geliebte verstorbene Mensch etwas bewegt hat und nun in ihnen weiterlebt, dann ist das ein unglaubliches Geschenk auch an einen selbst.

Technische Ausrüstung

Als Frau eines Multimedia-Spezialisten lege ich natürlich besonderen Wert darauf, dass ich als Rednerin auch gut verstärkt bin und der Ton angenehm ist, so dass mich auch ältere Gäste gut verstehen, selbst, wenn es einmal unruhig werden sollte oder sich anderweitige Lärmemissionen ergeben, gerade bei Trauungen mit vielen Gästen und vor allem natürlich im Freien sollte das immer bedacht werden. Meiner Ansicht nach ist es Sache der Rednerinnen und Redner, professionell ausgerüstet zu sein. Unterdessen bestehe ich auch darauf, dass zusätzliche Redner, wie Trauzeugen, Eltern, Paten oder Freunde mein Funkmikrophon benutzen, welches neben meinem Headset immer bereit liegt. Es ist einfach viel zu schade, wenn die Worte, die ja immer von Herzen kommen, nicht von allen Gästen gehört werden.

Du bist quasi die Rettung gewesen

Meine allererste Trauung am Sandstrand sollte es vergangenes Wochenende in Italien werden. Leider ist das Wetter auch hier manchmal unberechenbar und so tobte ein Sturm und wir mussten die Trauung drinnen aufbauen. Die Leute von der Location (Gente di Mare, Cattolica) sowie die Hochzeitsplanerin und ihr Team (Giulia Stringati) waren absolut professionell und machten einen fantastischen Job.

Ich gab natürlich meinerseits alles, damit die Trauung zum Stimmungsaufheller wurde. Die Komplimente der Gäste im Anschluss waren überwältigend: „Du hast das so wunderbar gemacht und uns aus der leicht wettergetrübten Stimmung rausgerissen.“ – „Wow! Ich habe alle Emotionen durchlebt in dieser kurzen Zeit!“ – „Ich habe nicht einmal bei meiner eigenen Hochzeit geweint, aber hier schon.“ – (italienische Gäste): „Wir haben ja nicht alles verstanden, aber die Emotionen hast du so intensiv rübergebracht, man musst auch nicht alles verstehen. Brava! Brava!“

Der grösste Lohn waren aber die Freudentränen des Brautpaars und ihr Lachen und wie andächtig und feierlich sie ihr kleines persönliches Ritual zelebriert haben. „Du warst so super – du glaubst nicht wie viele Riesenkomplimente wir für die Trauung erhalten haben. Wir sind völlig überwältigt.“

LOVE IS LOVE

Jedes Jahr ergibt es sich, dass ich ein, zwei gleichgeschlechtliche Paare trauen darf. „Das ist sicher mega speziell.“ bekomme ich dazu oft zu hören, um dann enttäuschte oder verdutzte Gesichter zu sehen, wenn ich mit „Nein, überhaupt nicht.“ reagiere. Es ist aber so. Eine freie Trauung ist jedes Mal eine freie Trauung. Dabei steht das Paar im Mittelpunkt mit seiner Zuneigung, seinen „Insidern“ und Leidenschaften, seinen Hürden, die sie gemeistert haben und mit all seinen Erfahrungen, welche die beiden zu dem Paar gemacht haben, das sie sind. Keine Geschichte ist gleich wie die andere – und das ist keine Floskel – ich rede da aus meiner Erfahrung. Bei dieser Liebe zwischen zwei Menschen, die ineinander das Wunderbarste sehen und sich gegenseitig mit allen Ecken und Kanten zu nehmen wissen, da spielt es absolut keine Rolle, wer da vor mir steht: Es ist immer Mensch und Mensch – verbunden durch (wie es Coulson McLeod so schön sagt) diesen wundervollen mysteriösen Mörtel, der zwei Seelen zusammenkittet.

Es gibt allerdings tatsächlich Unterschiede zur Liebe von gemischt-geschlechtlichen Paaren, die leider allen meinen gleichgeschlechtlichen Paaren gemeinsam sind: Die Zurückhaltung in der Öffentlichkeit, die latente leichte Angst, jemanden zu brüskieren und der Kampf dafür, gleichberechtigt wie konventionelle Ehepaare leben zu können. Und das 2019 – das gibt mir wirklich zu denken.

Honeymoon Postcard

Ich lieeeeeebe ja Postkarten sowieso und wenn ich dann noch so herzliche Zeilen aus den Flitterwochen erhalte und erfahre, dass zwei Liebende noch jeden Tag an die wirklich unvergessliche Trauung zurückdenken und das 8 Monate nach dem Fest, dann bin ich total gerührt und auch geehrt, dass ich so einen tiefbleibenden Eindruck hinterlassen darf. Es macht mir auch stets bewusst, wie wichtig meine Rolle als Traurednerin ist und wie viel Schönes so eine gelungene und persönliche Trauung auslösen kann.

Herzensmomente

Sehr beliebt: Willkommensfeiern

In diesem Frühling habe ich das grosse Privileg, ganz viele herzige und beeindruckende kleine Persönchen im Kreis ihrer Familien willkommen zu heissen. Solche „freien Taufen“ erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit und für mich ist es natürlich besonders schön, wenn ich die Eltern zuvor bereits bei der Trauung begleiten durfte und so mit der Familie in Kontakt bleibe. Oftmals können sich die Gäste nicht viel vorstellen unter einer solchen Zeremonie, deshalb empfehle ich, ein Thema zu wählen, das den Eltern gefällt für ihr Kind oder mit einem Symbol zu arbeiten, das zum Charakter des kleinen Menschleins passt. Der Baum war bisher das beliebteste Symbol. Er gibt auf allen Ebenen sehr viel her: materiell, philosophisch-symbolisch und auch im konkreten Sinne, wenn es darum geht, das Erdenbürgerlein mit einer Erinnerungshilfe an den speziellen Tag zu beschenken. Aber es gibt natürlich noch ganz viele andere wunderschöne Themen für so eine Willkommens- oder Namensfeier, da berate ich gerne.

Meistens darf ich auch einige kleine Anekdoten aus dem bisher jungen Leben des Kindes zum Besten geben, was immer sehr herzlich und mit viel Schalk geschehen darf. Weiter dürfen natürlich auch die Paten in ihrem Amt bestätigt werden. Sie dürfen sich auch selber einbringen, wenn sie das möchten, ebenso Eltern, Grosseltern, Geschwister oder Kusinen. Wenn das gewünscht wird, zelebrieren wir auch eine kleine Handlung, bauen einen Leitspruch ein oder entfachen ein Lebenslicht für das Kind.

Im Übrigen ist es selten zu spät für so eine Feier. Auch eine Familienfeier, bei der zwei oder mehrere Kinder willkommen geheissen werden, ist sehr gut denkbar, denn die Geschwisterrolle ist auch eine ganz wichtige, welche unbedingt ebenfalls gefeiert werden darf.

musikalische Umrahmung

Wenn ich Eltern berate, die sich eine Willkommensfeier für ihr Kind wünschen, dann besprechen wir auch immer, welche Musik für die Zeremonie geeignet wäre. Unterdessen habe ich einige wirklich schöne Lieder entdecken dürfen, die sich hervorragend für eine solche Kinderfeier eignen, auch solche, bei denen man die Kinder der Gäste wundervoll miteinbeziehen kann. Heute bin ich allerdings wieder einmal über einen Song gestolpert, der mir direkt ins Herz ging und ich bin happy, dass er nun in einer Feier im April zum Einsatz kommt: DU ERINNERST MICH AN MEIN HERZ von Christina Stürmer

Übrigens gewinnt auch eine kleine Namensfeier unglaublich an Atmosphäre, wenn sie von Live-Musik umrahmt wird.
Meine absolute Spezialistin für solche Momente ist Flavia Zucca.

Grüsse aus der ganzen Welt

In den ersten Monaten des Jahres erreichen mich zahlreiche Neujahrsgrüsse, Einladungen meiner Brautpaare (oftmals sind diese sehr hilfreich, da sie Aufschluss geben über den Stil oder allenfalls ein Motto oder einen Lieblingszitat verraten. Am meisten freuen mich aber immer Postkarten aus den Flitterwochen (vor allem, wenn es sich um Reiseziele handelt, die ich selbst noch nie bereist habe). Es ist eine Ehre, wenn in dieser einmaligen Zeit zu zweit nochmals an mich und meine Zeremonie erinnert wird. Dieses Jahr erreichten mich Grüsse aus Hawaii, Patagonien, aus dem hohen Norden und aus Neuseeland – 1000 Dank!
Und dann gibt es da noch die Post, die mir ganz speziell am Herzen liegt: Alle paar Wochen erreicht mich ein Geburtskärtchen, welches mir zeigt, dass meine Paare nach und nach Familienzuwachs erhalten: Willkommen ihr schnusigen neuen Erdenbürger!

Vorbereitungen für 2019

Meine sogenannte „Winterpause“ ist eine sehr intensive Vorbereitungszeit reich an detaillierten Gesprächen mit meiner Kundschaft. Nicht selten unterstütze ich ganz praktisch zum Beispiel mit witzigen oder herzlichen Gedanken und Wünschen, welche die Gäste in diesem Falle dem Kind im Rahmen seiner Willkommensfeier mitgeben, denn oftmals tun sich Gäste etwas schwer, ad hoc oder auch vorbereitend treffende und lustige Worte oder schöne Formulierungen zu finden.