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project-neema.org

Jedes Jahr im Herbst tun alle meine Brautpaare der vergangenen Saison etwas Gutes, denn ich überweise den Betrag, der für Project Neema von Cordula Heggli zusammengekommen ist. Dieses Jahr durfte ich dem kleinen, feinen Hilfswerk 400 Schweizer Franken überweisen. Ich weiss, dass Cordula und ihre Leute non-profit arbeiten und dass jeder Franken direkt in Ngaramtoni in Tanzania eingesetzt wird.

Ich staune immer wieder, mit welch einfachen Mitteln dort die Kinder und das ganze Dorf unterstützt werden und es freut mich natürlich dann besonders, wenn meine Hilfe und die meiner Brautpaare dazu beitragen, dass zum Beispiel die Möbel für die Tagesstätte im Dorf hergestellt werden konnten und eben nicht aus China importiert werden mussten. Und für mich natürlich besonders reizvoll, wenn dann einer dieser Tische für eine Hochzeitszeremonie eingesetzt wird 🙂

Wer sich für das Projekt interessiert, darf sich gerne näher informieren auf der Webseite der Organisation – direkte Spenden oder eine Mitgliedschaft helfen jederzeit weiter.
http://project-neema.org/

Willkommensfest

Nach der Saison ist vor der Saison

2019 war ein unglaubliches Hochzeitsjahr. Ich habe total viele mutige Paare erlebt, die bereit waren, ihren ganz eigenen Weg zu gehen, um ihrer Liebe Ausdruck zu verleihen, sie zu krönen oder eben ganz luftig leicht ein Fest zu feiern mit ihren Liebsten, von denen sie sich getragen fühlen. Es sind so viele verschiedene Aspekte, die eine Hochzeit mit sich bringt und jedes Paar setzt andere Prioritäten… Es ist für mich wunderschön und eine Ehre, dass ich sie dabei unterstützen kann, das Herzstück ihres einmaligen Tages mit ihnen zusammen gestalten darf.

Wenn man vom Wetter absieht, war 2019 eine superkreative Angelegenheit: Ich durfte ganz viele neue und traumhaft schöne Orte kennen lernen, mich auf Experimente während der Trauung einlassen, in den Genuss fantastischer Musiker und ihres Könnens kommen, genial umgesetzte Dekoration bestaunen und viele, viele grossartige Rückmeldungen geschmückt mit berührenden Bildern erhalten.

Nun freue ich mich wieder auf die Zeit, in welcher die ganzen Vorbereitungen fürs nächste Jahr laufen. Das ist spannend und bereichernd: Ich freue mich auf alle Heiratswilligen, die mit verrückten Ideen, neuen Locations oder speziellen Wünschen an mich herantreten.

In Aktion

Eine ganz besondere Freude ist es jeweils, wenn ich von meinen Kunden Bilder erhalte, die mich in Aktion zeigen. Die Fotos sind nicht immer vorteilhaft, aber sie zeigen, dass ich zu 200% dabei bin, auch mal ein Tränchen verdrücke und alles gebe während einer Rede. Das ist sehr wichtig, denn es vergeht keine Trauung, bei der sich nicht irgendeine spontane Situation ergibt, die grad herrlich hineinpasst, Auflockerung bei nervösen Brautpaaren bringt oder einfach zu gut ist, um nicht kommentiert zu werden.

Eine sorgsam vorbereitete Rede ist sicherlich enorm wichtig, reicht aber nicht. Gute Rednerinnen bringen die Fähigkeit mit, die Atmosphäre aufzugreifen, die Zuhörerschaft abzuholen und auf jede Situation, die sich spontan ergibt so zu reagieren, dass es natürlich und nicht aufgesetzt wirkt.

DANKE

Auch mitten in der Hochzeitssaison erreichen mich wöchentlich Dankeskarten oder auch einmal ein schönes Telefonat, was natürlich besonders berührend ist, wenn man mit dem Brautpaar zusammen nochmals in den wundervollen Erinnerungen schwelgen kann, alles spontanen Aktionen und Reaktionen nochmals revuepassieren lassen kann. Es ist ein absolutes Privileg, wenn man mit seinem geliebten Beruf den Leuten so viel Freude und einmalig schöne Erlebnisse bescheren kann. Besonders nahe gehen mir Dankesworte, die sich auf eine Bestattung oder eine Abschiedsfeier beziehen. Wenn das letzte Gute, was man einem Menschen tun kann, ein würdevoller, treffender und ganz persönlicher Abschied ist, der den Hinterbliebenen einen Moment schenkt zum Trauern, der ihnen Trost spendet und ihnen zeigt in wie vielen Leuten der geliebte verstorbene Mensch etwas bewegt hat und nun in ihnen weiterlebt, dann ist das ein unglaubliches Geschenk auch an einen selbst.

Technische Ausrüstung

Als Frau eines Multimedia-Spezialisten lege ich natürlich besonderen Wert darauf, dass ich als Rednerin auch gut verstärkt bin und der Ton angenehm ist, so dass mich auch ältere Gäste gut verstehen, selbst, wenn es einmal unruhig werden sollte oder sich anderweitige Lärmemissionen ergeben, gerade bei Trauungen mit vielen Gästen und vor allem natürlich im Freien sollte das immer bedacht werden. Meiner Ansicht nach ist es Sache der Rednerinnen und Redner, professionell ausgerüstet zu sein. Unterdessen bestehe ich auch darauf, dass zusätzliche Redner, wie Trauzeugen, Eltern, Paten oder Freunde mein Funkmikrophon benutzen, welches neben meinem Headset immer bereit liegt. Es ist einfach viel zu schade, wenn die Worte, die ja immer von Herzen kommen, nicht von allen Gästen gehört werden.

Du bist quasi die Rettung gewesen

Meine allererste Trauung am Sandstrand sollte es vergangenes Wochenende in Italien werden. Leider ist das Wetter auch hier manchmal unberechenbar und so tobte ein Sturm und wir mussten die Trauung drinnen aufbauen. Die Leute von der Location (Gente di Mare, Cattolica) sowie die Hochzeitsplanerin und ihr Team (Giulia Stringati) waren absolut professionell und machten einen fantastischen Job.

Ich gab natürlich meinerseits alles, damit die Trauung zum Stimmungsaufheller wurde. Die Komplimente der Gäste im Anschluss waren überwältigend: „Du hast das so wunderbar gemacht und uns aus der leicht wettergetrübten Stimmung rausgerissen.“ – „Wow! Ich habe alle Emotionen durchlebt in dieser kurzen Zeit!“ – „Ich habe nicht einmal bei meiner eigenen Hochzeit geweint, aber hier schon.“ – (italienische Gäste): „Wir haben ja nicht alles verstanden, aber die Emotionen hast du so intensiv rübergebracht, man musste auch nicht alles verstehen. Brava! Brava!“

Der grösste Lohn waren aber die Freudentränen des Brautpaars und ihr Lachen und wie andächtig und feierlich sie ihr kleines persönliches Ritual zelebriert haben. „Du warst so super – du glaubst nicht wie viele Riesenkomplimente wir für die Trauung erhalten haben. Wir sind völlig überwältigt.“

LOVE IS LOVE

Jedes Jahr ergibt es sich, dass ich ein, zwei gleichgeschlechtliche Paare trauen darf. „Das ist sicher mega speziell.“ bekomme ich dazu oft zu hören, um dann enttäuschte oder verdutzte Gesichter zu sehen, wenn ich mit „Nein, überhaupt nicht.“ reagiere. Es ist aber so. Eine freie Trauung ist jedes Mal eine freie Trauung. Dabei steht das Paar im Mittelpunkt mit seiner Zuneigung, seinen „Insidern“ und Leidenschaften, seinen Hürden, die sie gemeistert haben und mit all seinen Erfahrungen, welche die beiden zu dem Paar gemacht haben, das sie sind. Keine Geschichte ist gleich wie die andere – und das ist keine Floskel – ich rede da aus meiner Erfahrung. Bei dieser Liebe zwischen zwei Menschen, die ineinander das Wunderbarste sehen und sich gegenseitig mit allen Ecken und Kanten zu nehmen wissen, da spielt es absolut keine Rolle, wer da vor mir steht: Es ist immer Mensch und Mensch – verbunden durch (wie es Coulson McLeod so schön sagt) diesen wundervollen mysteriösen Mörtel, der zwei Seelen zusammenkittet.

Es gibt allerdings tatsächlich Unterschiede zur Liebe von gemischt-geschlechtlichen Paaren, die leider allen meinen gleichgeschlechtlichen Paaren gemeinsam sind: Die Zurückhaltung in der Öffentlichkeit, die latente leichte Angst, jemanden zu brüskieren und der Kampf dafür, gleichberechtigt wie konventionelle Ehepaare leben zu können. Und das 2019 – das gibt mir wirklich zu denken.

Honeymoon Postcard

Ich lieeeeeebe ja Postkarten sowieso und wenn ich dann noch so herzliche Zeilen aus den Flitterwochen erhalte und erfahre, dass zwei Liebende noch jeden Tag an die wirklich unvergessliche Trauung zurückdenken und das 8 Monate nach dem Fest, dann bin ich total gerührt und auch geehrt, dass ich so einen tiefbleibenden Eindruck hinterlassen darf. Es macht mir auch stets bewusst, wie wichtig meine Rolle als Traurednerin ist und wie viel Schönes so eine gelungene und persönliche Trauung auslösen kann.

Herzensmomente